Occupy alles!

Wake Up Schild
Die Welt im Umschwung?

Weltweit regt sich Protest gegen die Finanzmärkte und ihre Akteur_innen. Dies ist begrüßenswert, kann aber nur ein Anfang für weitergehende Forderungen sein. Die Menschen müssen ein Bewusstsein für die Grundproblematik erlangen. Das Problem sind nicht die Finanzmärkte, nicht die Wall Street, nicht die Börsen in Frankfurt, Stuttgart oder sonstwo. Das Problem heißt Kapitalismus und die Fragen die gestellt werden müssen sind: Wie überwinden wir den Kapitalismus? Wie schaffen wir eine tatsächliche Demokratie? Wie erreichen wir eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Krieg?

Wichtig ist es, sich nicht dem Vokabular von „regressiven Antikapitalist_innen“ hinzugeben! Es ist falsch zu denken, die gesellschaftlichen Probleme seien Einzelpersonen wie Bankmanager_innen, Politiker_innen etc. anzulasten. Immer wieder hört man kreative Wortkreationen wie z.B. Finanzmarktkapitalismus oder Raubtierkapitalismus. Für uns ist klar: Es ist der Kapitalismus als Ganzes und daran kann kein Zweifel sein.

„Echte Demokratie jetzt!“ und der Kapitalismus
Im Text der Bewegung „echte Demokratie jetzt!“ wird den vermeintlichen Gegner_innen des Volkes (Politiker_innen, Finanzmärkte) „jegliches ethisches Verhalten“ abgesprochen. Außer acht gelassen wird hier, dass es dem Kapitalismus nicht um „ethisches Verhalten“ geht und auch niemals gehen wird. Der Kapitalismus als System stützt sich auf Konkurrenzlogik und Kapitalverwertung und ist somit als Ganzes zu bekämpfen.

Die Bewegung scheut sich ebenso nicht, sich positiv auf kapitalistische „Errungenschaften“ zu beziehen. „(Sie) spielen mit unserer Zukunft als Menschen und Nation“ heißt es, völlig außer acht gelassen, dass Staat und Nation Institutionen sind, die den Kapitalismus zementieren anstatt ihn zu schwächen. Darüber hinaus ist es auffällig, dass sich über die „Versklavung der Arbeit“ ausgelassen wird. Wir sehen eine Notwendigkeit die (Lohn-) Arbeit, wie sie heute ist, in Frage zu stellen und gleichzeitig radikale Alternativen aufzuzeigen. „Echte Demokratie jetzt!“ versucht offensichtlich den Kapitalismus zu verschönern, macht aber keine Anstalten ihn eliminieren zu wollen.

Die linksjugend [’solid] BaWü und die Occupy Bewegung
Wir als linker Jugendverband müssen dafür sorgen, dass auf Protesten der Occupy Bewegung kein Platz für Rassist_innen, Verschwörungstheoretiker_innen und regressive Antikapitalist_innen ist. Diese sollten von einer progressiven antikapitalistischen Bewegung überflüssig gemacht werden.Die Teilnehmer_innen sollten gezielt auf die Systemproblematik hingewiesen werden, denn ein zurück zu einer „gesunden und nachhaltigen Lebensweise“, wie es die Bewegung momentan fordert, kann es für die linksjugend [’solid] nicht geben, da wir diese Lebensweise bisher noch nirgendwo vorfanden.

Im Gegenteil, seit Menschen gedenken, sorgt der kapitalistische Wahnsinn für Hunger, Krieg und Ausbeutung. Unzählige Tote und eine zerstörte Umwelt pflastern seinen langen Weg.Wir wollen streiten für eine Zukunft ohne Kapitalismus. Wir kritisieren somit den Kapitalismus als System und setzen uns das Ziel seiner Überwindung. Das bedeutet für uns auch die Abschaffung von Kapital, Staat und Nation und das voranschreiten in eine befreite Gesellschaft, die von Selbstbestimmung und Solidarität geprägt ist.

Dennis Mohorn, Landessprecher linksjugend [’solid] Baden-Württemberg
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