„Wer im Glashaus sitzt“ oder als JUler auf das Holocaust-Mahnmal kotzten

Jetzt, da der Ruf der Jungen Union laut wurde, Linksjugend [´solid] zu verbieten, sollte man sich nochmal ganz genau anschauen, was die Junge Union eigentlich für ein Haufen ist, und definieren was Extremismus ist und auf wen diese Bezeichnung am ehesten passt.
Ich empfinde die Extremismus-Theorie als solche für unwissenschaftlich, aber wenn wir schon mit dem Begriff argumentieren, sollten wir diesen doch zunächst definieren. Ich bediene mich der bürgerlichen Definition die mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung begründet wird.

Der ein oder andere des Karnevalsvereins der JU wird jetzt vielleicht googeln und Begriffe auf Wikipedia finden wie „freie, geheime, gleiche Wahlen“, „Gewaltenteilung“ oder „das Recht auf die Bildung einer Opposition“. All das sind Dinge deren Ausweitung wir ständig fordern. Allerdings befürchte ich, dass es bei einem Durchschnittskonservativem hier schon das Interesse abflachen wird, da es hier tatsächlich mal über das übliche nationalistische Gewäsch hinausgeht. Falls er, bzw. sie, eine der wenigen Frauen der JU, sich wirklich mal mit dem Thema auseinandersetzen will wird er/sie unsere Programmatik durchlesen.

Es werden ihm/ihr folgende Dinge auffallen:
1.) Wir widersprechen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht.
2.) Eine Überwindung des Kapitalismus geht in Hand mit einer Demokratisierung aller Lebensbereiche.
3.) Ja der Kapitalismus ist mit eines der größten momentan existierenden Übeln.
4.) Das Christentum passt ja viel besser zu unseren Forderungen als zu denen der JU.

Ich könnte hier noch weiter ausführen, z.B. dass sowohl das Rätesystem und das arbeiterselbstverwaltete Betriebe/Konzerne durch das Grundgesetz gedeckt sind.
Man kann unsere Forderungen teilen oder nicht, aber wir stehen auf dem Boden des Grundgesetzes. Sehr schmunzeln musste ich auch, als die JU monierte, wir (die Linksjugend [’solid]) wären eine Verschwendung von Steuermitteln. Ich wollte nur nochmals auf die Berlinfahrt der JU Köln und Duisburg erinnern, auf welcher „Kameraden“ der JU es doch tatsächlich geschafft haben volltrunken auf das Holocaust-Mahnmal zu kotzen. Ganz zu schweigen von den kulturell sehr wichtigen Veranstaltungen wie Mallorcaopartys oder Freibiersaufen zur Mitgliedergewinnung. Und das alles wohlgemerkt, finanziert durch Steuergelder.

Aber nun wollen wir doch mal die Junge Union auf ihre Verfassungstreue prüfen:
Ich beziehe mich im Folgenden auf das Positionspapier der JU Göppingen:

1. “die so genannte Homo-Ehe ist im Interesse des Staates und seiner Zukunft falsch und unsinnig. Und sie widerspricht christlichen Grundsätzen zutiefst.”
Diese Aussage mag nicht nur der doch sehr speziellen Interpretation des Christentums durch die JU widersprechen sondern auch dem Grundgesetz.

9. “Das Ideal des gebildeten Menschen ist gegründet auf der Kultur des christlichen Abendlandes.”
Zutiefst rassistische Aussage, welche impliziert es gäbe Ideale an Menschen, die zudem nur auf Basis der Kultur des Abendlandes existieren könnten.

17. “Hieraus folgt eine konsequente Ablehnung muslimischer Elemente in der Öffentlichkeit.”
Eingriff in die Religionsfreiheit

Ich habe hier nur einzelne Höhepunkte ausgegraben es lohnt sich dennoch, nochmals nach diesem Papier zu recherchieren. Und nun eine Sammlung an Zeitungsberichten (jederzeit googelbar):

„Mitglieder der Jungen Union Köln und pro Köln gemeinsam gegen die Großmoschee!
Trotz aller medialen Hetze der DuMont-Tageszeitungen (Stadt-Anzeiger, Express, Rundschau), trotz aller Ausgrenzungs- und Abgrenzungsrituale der Altparteien: Immer mehr – gerade junge – CDU- und JU-Mitglieder aus dem konservativen Spektrum der Union sympathisieren offen mit der Bürgerbewegung pro Köln.“ (Pro Köln ist im Übrigen eine NPD-nahe Struktur) Mitglieder der Junge Union sollen nach einer Party im Stechschritt und mit Hitlergruß vor einem links-alternativen Zentrum aufmarschiert sein. Mit dabei: der Ex-CDUler Frank Pillibeit

Klarer Angriff auf die Menschenrechte:

Berlin. In der Debatte um die Reform der Sozialsysteme gibt es neue radikale Vorschläge. Der Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU), Philipp Mißfelder, verlangte, die Leistungen der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung müssten auf eine reine Grundversorgung zurückgeschnitten werden. Dem Tagesspiegel am Sonntag erläuterte er, künstliche Hüftgelenke für sehr alte Menschen sollten nicht mehr auf Kosten der Solidargemeinschaft finanziert werden. Der Präsident des Sozialverbands VdK, Walter Hirrlinger, forderte die rot-grüne Bundesregierung auf, „endlich eine verlässliche Rentenpolitik einzuschlagen“.

Mein persönlicher Favorit:

Zuvor war an die Öffentlichkeit gekommen, dass der Landesvorsitzende der Jungen Union in Sachsen-Anhalt, Markus Kurze, ein Plakat aus den Fünfzigerjahren in sein Bürofenster hängt, dass Deutschland in den Grenzen von 1937 zeigt. Die Überschrift: „Einigkeit – Recht – Freiheit“

Wir, die Linksjugend [´solid] Baden-Württemberg, fordern eine radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche und setzen uns für eine solidarische Gesellschaft ohne Unterdrückung ein. Wer solche Positionen tatsächlich verbieten will, und noch dazu selbst faschistoide Strömungen innerhalb seines Jugendverbandes aufweist, sollte im Glashaus der Demokratie lieber nicht mit Steinen auf Linke schmeißen.

Johannes Domeyer
Landessprecher Linksjugend [´solid] Baden-Württemberg

mehr unter(https://linksjugendbbcw.wordpress.com/fotos/schriftliches/)
Quellen:
http://archiv.pro-koeln.org/artikel09/230709_ju.htm
http://www.tagesspiegel.de/politik/keine-hueftgelenke-fuer-die-ganz-alten/v_default,436080.html
http://www.gruene-jugend.de/themen/medien/68137.html

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