November 27, 2011

Wie machen wir Behindertenwerkstätten überflüssig?

von linksjugendbbcw
Wichtig ist, dass Jedem möglichst viel Bildung zuteil wird. Verbunden mit der längst fälligen Forderung nach Inklusion bedeutet das, dass Menschen mit Behinderungen nicht wegen ihrer Einschränkungen ausgesondert werden in einen „geschützten Bereich“, wie z. B. Sonder-„Förderschulen“ oder eben in Behindertenwerkstätten mit z. T. unterirdischen Stundenlöhnen (unter 1 Euro /Stunde).
Inklusion bedeutet: lernen in der Gemeinschaft aller, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Behinderung.
Dazu brauchen wir geeignete Gesamtschulen, differenzierte Lernkonzepte, gemeinsames Lernen und gemeinsames Arbeiten. Das hilft nicht nur Menschen mit Behinderungen sondern Allen. So kann für Alle das Lernen und Arbeiten erleichtert werden.
Alle Bildungsmöglichkeiten von Schule über Ausbildung bis hin zum Studium müssen Allen offenstehen. Wer dazu wegen einer Behinderung Unterstützung benötigt muss diese erhalten. In den Schulen benötigen wir dafür kleine Klassen und zusätzliche Lehrer zur Absicherung des differenzierten Unterrichts. (z.B. 2-Lehrer-System) und in den Betrieben Heilerziehungspfleger und Sonderpädagogen, die dann nicht mehr in den Behindertenwerkstätten arbeiten.
Behindertenwerkstätten werden in dem Maße überflüssig, wie es uns gelingt Betriebe zu verpflichten und zu fördern geeignete Arbeitsplätze gegebenenfalls mit Unterstützung zu schaffen und zu besetzen. Dazu dürfen sie sich nicht so billig wie jetzt, auch über Aufträge an Behindertenwerkstätten, raus kaufen können.
Wir müssen Menschen, die wegen ihrer Behinderung ausgegrenzt sind ermuntern und unterstützen, dass sie sich in der Mitte der Gesellschaft wohl fühlen und ihre Fähigkeiten entwickeln können.
Behindern ist heilbar
Utz Mörbe
Linksjugend [`solid] BB/CW

 

November 15, 2011

Besuch in der KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen

von linksjugendbbcw
„Niemand hat von etwas gewusst aber alle haben den Häftlingen geholfen“, so fasste der Leiter der Gedenkstätte, der Genosse Volker Mall, die Aufarbeitung der Bevölkerung nach dem Krieg in der Gegend um das KZ zusammen. Damit machte er auch deutlich, mit welchen Schwierigkeiten seine Forschungen, Ermittlungen und Erkenntnisse belastet waren: Wenige teilten sein Interesse, die Geschichte des Konzentrationslagers zu erfahren. Viele wollten mit der Geschichte einfach nichts zu tun haben. Dennoch konnten seine Nachforschungen dazu führen, dass einigen Nachkommen der Opfer und wenigen Überlebenden doch noch persönliche Aufmerksamkeit und Anteilnahme zuteil wurden, was nicht immer – aber doch manchmal – zu einer Art Versöhnung mit dem eigenen Schicksal führte: Harter Stoff für die Seele. Je nachdem, wie nahe man sich diese Vorgänge kommen lässt, erlebt man ein Wechselbad zwischen Empörung, Wut und Fassungs- und Hilfslosigkeit.
Das KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen war ein bei Gäufelden-Tailfingen gelegenes Außenlager des KZ Natzweiler/Struthof im Elsass. Während es existierte, also von November 1944 bis Februar 1945, starben von den 601 inhaftierten jüdischen Häftlingen mindestens 186.
Die KZ-Häftlinge hatten in erster Linie die Aufgabe, den Nachtjägerflugplatz Hailfingen auszubauen und auszubessern. Für diesen Zweck mussten viele der Insassen Zwangsarbeiten auf den umliegenden Steinbrüchen verrichten, wobei sie täglich zweimal durch mehrere auf dem Weg liegende Dörfer kamen. Untergebracht wurden sie in einer mit Stacheldraht umzäunten Flugzeughalle an der Stelle des heutigen Sportplatzes von Tailfingen. Dort litten sie unter Kälte, schlechter Bekleidung, Hunger, Schlägen, mangelnder Hygiene, Ungeziefer und Krankheiten.
In vielen Fällen waren sie bereits von vorherigen Lagern und Transporten geschwächt – auch durch den Verlust (Ermordung) von Familie und Freunden.
Mehr zur Gedenkstätte hier: http://www.kz-gedenkstaette-hailfingen-tailfingen.de/
Der Böblinger Bundestagsabgeordnete Richard Pitterle hatte die Aktiven der Linksjugend ['solid] eingeladen, mit ihm gemeinsam die Gedenkstätte zu besuchen.
„Ich finde die Arbeit der Linksjugend enorm wichtig für unsere Partei“, sagte Pitterle beim anschließenden gemeinsamen Pizzaessen in seinem Böblinger Wahlkeisbüro: „Bitte betrachtet meine Einladung als einen Versuch, Eure wertvolle Arbeit zu würdigen. Viele von uns leben in antifaschistischen und linken Traditionen, und wenn Ihr das weiterführt, dann ist das für uns auch die Weiterführung von ganz zentralen Inhalten.“
Stefan Dreher,Mitarbeiter des Sindelfinger Bundestags-Abgeordneten Richard Pitterle
Oktober 31, 2011

Occupy alles!

von linksjugendbbcw

Wake Up Schild
Die Welt im Umschwung?

Weltweit regt sich Protest gegen die Finanzmärkte und ihre Akteur_innen. Dies ist begrüßenswert, kann aber nur ein Anfang für weitergehende Forderungen sein. Die Menschen müssen ein Bewusstsein für die Grundproblematik erlangen. Das Problem sind nicht die Finanzmärkte, nicht die Wall Street, nicht die Börsen in Frankfurt, Stuttgart oder sonstwo. Das Problem heißt Kapitalismus und die Fragen die gestellt werden müssen sind: Wie überwinden wir den Kapitalismus? Wie schaffen wir eine tatsächliche Demokratie? Wie erreichen wir eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Krieg?

Wichtig ist es, sich nicht dem Vokabular von „regressiven Antikapitalist_innen“ hinzugeben! Es ist falsch zu denken, die gesellschaftlichen Probleme seien Einzelpersonen wie Bankmanager_innen, Politiker_innen etc. anzulasten. Immer wieder hört man kreative Wortkreationen wie z.B. Finanzmarktkapitalismus oder Raubtierkapitalismus. Für uns ist klar: Es ist der Kapitalismus als Ganzes und daran kann kein Zweifel sein.

„Echte Demokratie jetzt!“ und der Kapitalismus
Im Text der Bewegung „echte Demokratie jetzt!“ wird den vermeintlichen Gegner_innen des Volkes (Politiker_innen, Finanzmärkte) „jegliches ethisches Verhalten“ abgesprochen. Außer acht gelassen wird hier, dass es dem Kapitalismus nicht um „ethisches Verhalten“ geht und auch niemals gehen wird. Der Kapitalismus als System stützt sich auf Konkurrenzlogik und Kapitalverwertung und ist somit als Ganzes zu bekämpfen.

Die Bewegung scheut sich ebenso nicht, sich positiv auf kapitalistische „Errungenschaften“ zu beziehen. „(Sie) spielen mit unserer Zukunft als Menschen und Nation“ heißt es, völlig außer acht gelassen, dass Staat und Nation Institutionen sind, die den Kapitalismus zementieren anstatt ihn zu schwächen. Darüber hinaus ist es auffällig, dass sich über die „Versklavung der Arbeit“ ausgelassen wird. Wir sehen eine Notwendigkeit die (Lohn-) Arbeit, wie sie heute ist, in Frage zu stellen und gleichzeitig radikale Alternativen aufzuzeigen. „Echte Demokratie jetzt!“ versucht offensichtlich den Kapitalismus zu verschönern, macht aber keine Anstalten ihn eliminieren zu wollen.

Die linksjugend ['solid] BaWü und die Occupy Bewegung
Wir als linker Jugendverband müssen dafür sorgen, dass auf Protesten der Occupy Bewegung kein Platz für Rassist_innen, Verschwörungstheoretiker_innen und regressive Antikapitalist_innen ist. Diese sollten von einer progressiven antikapitalistischen Bewegung überflüssig gemacht werden.Die Teilnehmer_innen sollten gezielt auf die Systemproblematik hingewiesen werden, denn ein zurück zu einer „gesunden und nachhaltigen Lebensweise“, wie es die Bewegung momentan fordert, kann es für die linksjugend ['solid] nicht geben, da wir diese Lebensweise bisher noch nirgendwo vorfanden.

Im Gegenteil, seit Menschen gedenken, sorgt der kapitalistische Wahnsinn für Hunger, Krieg und Ausbeutung. Unzählige Tote und eine zerstörte Umwelt pflastern seinen langen Weg.Wir wollen streiten für eine Zukunft ohne Kapitalismus. Wir kritisieren somit den Kapitalismus als System und setzen uns das Ziel seiner Überwindung. Das bedeutet für uns auch die Abschaffung von Kapital, Staat und Nation und das voranschreiten in eine befreite Gesellschaft, die von Selbstbestimmung und Solidarität geprägt ist.

Dennis Mohorn, Landessprecher linksjugend ['solid] Baden-Württemberg
August 8, 2011

Sommerloch und Linkspartei-Verbot

von linksjugendbbcw

Eigentlich ist die Forderung die Dobrindt (CSU) nach einem Verbot der Linkspartei erhob, nicht viel mehr als heiße Luft in einem kalten Sommer, aber auch einem solchen Populisten, sollte man nicht alles durchgehen lassen.

Seine Dämlichkeit begründet er mit der scheinbar nicht aufgearbeiteten Geschichte der Linken.
Nun aber gibt ein Gutachten, das für die DDR-Enquete-Kommission des Brandenburger Landtags verfasst wurde, der Linkspartei bemerkenswert gute Noten, was die differenzierte Aufarbeitung ihrer Geschichte angeht.

Auch die Feststellung Dobrindts, die Linke wolle eine andere Republik eignet sich nicht mal im Ansatz als Vorwurf geschweige denn als Begründung, einer solch unsinnigen Forderung.
Eine Res Publica ist per se schon als demokratische Staatsform und auch unser Grundgesetz sah nach der Wiedervereinigung einen neuen Staat mit neuer Verfassung vor.
Und gerade Mitglieder der CSU sollten sich nicht als Gralshüter des Grundgesetzes aufspielen das Land Bayern, das seit je her unter der CSU Herrschaft steht hat das Grundgesetz nie anerkannt.

Aber die sogenannten Christsozialen müssen schon selber wissen ob sie auf dem Rücken der DDR-Opfer Wahlkampf für Berlin und Mecklemburg-Vorpommern machen wollen.

Johannes Domeyer
Landessprecher Linksjugend Baden-Württemberg

Juni 28, 2011

Join the rebellion!

von linksjugendbbcw
Juni 25, 2011

Das ist kein Ausstieg

von linksjugendbbcw

Die Grünen haben auf ihrem Sonderparteitag beschlossen, dass sie dem „Atomausstieg“ der Bundesregierung zustimmen wollen. Dazu erklärt Johannes Domeyer „Die Grünen haben mit dieser Abstimmung nicht nur den Rest ihrer Grundprinzipien verkauft, nein sie haben auch noch ihre Wähler und die ganze Anti-AKW-Bewegung verraten.“

Technisch ist der Ausstieg 2017 nicht nur machbar sondern auch wichtig. Mit dem Plan der Bundesregierung laufen die AKWs also 5 Jahre länger als notwendig und das wobei jedes Jahr mit Atomenergie eins zu viel ist.

„Problematisch an diesem Ausstieg ist, dass er so gut wie nicht verbindlich ist, eine neue Regierung kann aus diesem Ausstieg direkt wieder aussteigen. Sinnvoll ist nur der Vorschlag von Gregor Gysi den Atomausstieg in das Grundgesetz zu nehmen und somit endgültig zu besiegeln.“ erklärt Johannes Domeyer weiter.

 

Johannes Domeyer
Landessprecher Linksjugend ['solid]Baden-Württemberg
Juni 21, 2011

Wer wird unsere Daten verbraten? Sozialdemokraten!

von linksjugendbbcw

„Der Spruch „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ gewinnt jetzt auch für die Grünen eine ganz neue Bedeutung“, so Johannes Domeyer. Die Pläne des neuen Innenminister Reinhold Gall (SPD) einer Verlängerung der Vorratsdatenspeicherung wie alle anderen SPD-Innenminister zuzustimmen spricht zum einen für ein desolates Demokratieverständnis, denn dies verstößt gegen den Koalitionsvertrag der Landesregierung.
Zum anderen zeigt der lasche Widerstand auch, wie sehr die Grünen mit ihrem Koalitionspartner überfordert sind; wie sie sich weiter verhalten bleibt abzuwarten und genau zu beobachten. Die Versprechen die vor der Wahl und im Koalitionsvertrag getroffen wurden scheinen mindestens den Innenminister nicht zu kümmern.

„Es hat zu mindestens dort nur ein Politikerwechsel und kein Politikwechsel stattgefunden. Wir müssen der Regierung genauestens auf die Finger schauen und klar machen, dass ein tatsächlicher Politikwechsel nur mit einer radikalen Linken machbar ist.“, lässt sich Landessprecher Johannes Domeyer zitieren.

Juni 20, 2011

Bericht vom diesjährigen Pfingstcamp der Linksjugend

von linksjugendbbcw

246955_1781592421422_1287800328_31351474_3353484_nDas diesjährige Pfingstcamp der Linksjugend in Baden-Württemberg fand in der Hütte Kandelblick bei Vöhrenbach im Schwarzwald statt. Zu diesem Camp hatten sich über 40 Teilnehmer_innen angemeldet, so viele wie noch nie. Die Devise lautete „Gemeinsam Arbeiten und Feiern“ und das haben wir auch gemacht. Verschiedene Gruppen kümmerten sich um die Versorgung der Teilnehmer_innen, um die Sauberkeit in und um die Hütte, den Aufbau und vieles mehr. Schon am ersten Tag wurde klar, dass dieses Wochenende unvergesslich werden würde.

Die verschiedenen Workshops am Samstag und Sonntag wurden von vielen genutzt um sich in politischen, rechtlichen Fragen zu bilden. Sie konnten zwischen den Workshops Imperialismustheorie, Überzeugungsformen, Lockpicking, Erziehung, Feminismus, Blockadetraining, linke Kommunalpolitik und Rechte wählen. Neben den vielen inhaltlichen Angebote wurde der Abend genutzt um zu grillen, zu singen oder einfach den Abend ausklingen zu lassen.

Der Höhepunkt des Camps fand am Sonntag statt. Zum ersten Mal wurde eine Band zur musikalischen Untermalung eines Pfingstcamp-Abends eingeladen. Dabei kamen auch zahlreiche Jugendliche aus den umliegenden Gemeinden auf das Camp. Mit Songs von der Band „Ton Steine Scherbein“ heizte die Band „Einheizfronzt“ aus der Gegend Karlsruhe/Mannheim kräftig ein. Selbst nach ihrem Gig wurden die aufgebauten Instrumente und Mikrofone weiter genutzt und einige von uns probierten sich im Rappen und im kreieren linksradikaler Refrains aus.

Am Montag begann dann schon in aller Frühe das Aufräumen und die Wehmut, dass dieses Wochenende schon vorbei ist stand vielen im Gesicht geschrieben. Bekanntlich ist die Vorfreude die schönste Freude und deshalb können sich alle jetzt schon auf das nächste Jahr freuen. Denn wenn es klappt wollen wir mit dem Landesverband Rheinland-Pfalz ein gemeinsames Camp veranstalten. Wir freuen uns schon jetzt.

Mai 31, 2011

No racism in Stuttgart!

von linksjugendbbcw

Vom 2. bis zum 5. Juni plant die rechtspopulistische Vereinigung „Bürgerbewegung Pax Europa e.V“ zusammen mit „pi-news Stuttgart“ ein bundesweites „islamkritisches Wochenende“ und mehrere öffentliche Aktionen in Stuttgart durchzuführen.

Diese Organisationen verbreiten rassistische Vorurteile und schüren Ängste unter dem Vorwand der „Islamkritik“. Trotz vorgeblicher Distanzierungen zum rechten Rand, arbeiten sie europaweit mit offen rassistischen und sozialdarwinistischen Organisationen zusammen. Sie bedienen sich altbekannter rassistischer Hetze und verknüpfen Forderungen nach einem Law-and-Order Staat mit hohlen Phrasen von Freiheit und Demokratie. Egal in welchem Gewand er auch auftritt: Rassismus kann nicht geduldet oder akzeptiert werden!

Deshalb: Beteiligt euch an der antirassistischen Demo und den Protestaktionen gegen die Rechtspopulisten!

2.Juni: Antirassistische Demo >>>
14 Uhr, Lautenschlagerstraße Stuttgart
Danach: Protest gegen rechte Kundgebung auf dem Schlossplatz

4.Juni: Kundgebung gegen BPE und PI-News >>>
10 Uhr, Vor dem Bürgerzentrum Feuerbach

URL der Bündnisseite: http://noracismstgt.blogsport.de/

Die Linksjugend ['solid] Baden-Württemberg unterstützt die Mobilisierungen nach Stuttgart!

Mai 18, 2011

Bundeskongress 2011

von linksjugendbbcw

Mit hannoveranischen Hammelsprüngen gegen unökologische, unsoziale und kriegerische Verhältnisse!

Ein langes und arbeitsreiches Wochenende liegt hinter den rund 220 Delegierten und zahlreichen Gästen. Der Bundeskongress 2011 in Hannover endet nach spannenden Diskussionen und zahlreichen Beschlüssen, nach leidenschaftlichem Mit-, solidarischem Gegen- und teilweisem Durcheinander und stellt erfolgreich die Weichen für die kommenden zwölf Monate.

Ein Zentrales Projekt in diesem Jahr wird demnach die Unterstützung der Klima- und Anti-Akw-Bewegung. Wir werden uns u.a. Bei der Aktion Block Brokdorf im Juni und bei den Protesten und deren Vorbereitung im Wendland im November einbringen. Unterstützt werden neben den Kundgebungen auch die Aktionen des Zivilen Ungehorsam, wie die Sitzblockaden und „Castor? Schottern!“. Wir fordern stärker denn je das sofortige Ende der unbeherrschbaren Atom-Technologie und der fossilen Energieträger. Klimagerechtigkeit statt Wachstumszwang bedeutet für uns vor allem Vergesellschaftung der Energiekonzerne und die Überwindung kapitalistischer Produktionsweisen!

Auch der antimilitaristische Kampf nimmt ein zentralen Platz ein. Wir versuchen die Rekurtierung junger SchülerInnen für die Bundeswehr zu verhindern und unterstützen den Protest gegen die Afghanistan-Konferenz der Bundesregierung Anfang Dezember in Bonn und fordern den sofortigen Abzug der NATO-Armee. Wir streiten gegen geostrategisch-motivierte und alle anderen Kriege und kritisieren alle Verhältnisse, die sie denkbar und lohnenswert machen.

Ein wichtiger Diskurs wird weiterhin die sogenannte „Integrationsdebatte“ von vermeintlichen „Islamkritikern“ à la Sarazzin sein. Wir bekämpfen diese Art der Menschenfeindlichkeit und benennen sie deutlich als das was sie ist: Antimuslimischer Rassismus!

In Sachen Parteipolitik bringen wir uns von links in die Debatte um das Programm der Linken ein. Wir fordern u.a. eine uneigennützige Förderung Sozialer Bewegungen, klarere antikapitalistische Kritik und den Beginn einer Debatte, die einen Sozialismus nicht als bloßen, stärker regulierten Sozial- und Nationalstaat denkt. Tiefergehende Diskussionen gab es auch zur Frage von Regierungsbeteiligungen.

Innerverbandlich wollen wir die Angebote und Strukturen politischer Bildung stärken und für die Ortsgruppen transparenter und leichter nutzbar machen. Die Unklarheiten zwischen Jugendverband und Die Linke.SDS wurden hinsichtlich der Satzung nicht geklärt. Vielmehr waren die Satzungsdiskussionen Ort grundsätzlicher organisationspolitischer Debatten zum Verhältnis Jugend-/Studierenverband. Diese fanden gemeinsam mit den BuKo-Delegierten von Linksjugend ['solid] und SDS statt. Hier werden wir die politische Diskussion und gewünschte Annäherung in den kommenden Monaten weiterführen müssen.

Gewählt wurde u.a. ein neuer, achtköpfiger BundessprecherInnenrat. Der vorhergehende wurde mit überwiegend positiven Stimmen und herzlichem Dank verabschiedet. Danksagungen gab es auch an alle freiwilligen HelferInnen auf dem BuKo, die Menschen in der Küche und den Komissionen und die MitarbeiterInnen der Bundesgeschäftsstelle. Der Charakter von Linksjugend ['solid] als ein selbstorganisierter Beteiligungsverband war in Hannover positiv erkennbar. Großen Applaus gab es außerdem für die Grußworte der GenossInnen unserer Partnerorganisationen aus Portugal, Frankreich und Griechenland sowie Tobias Pflüger aus dem Parteivorstand. Als größte Kuriosität des Wochenende gilt sicherlich die Anwendung des als „Hammelsprung“ bekannten Abstimmungsverfahrens, den Preis der Phrase des Wochenendes gewinnt wohl „demokratietheoretisch bedenklich“.

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